Am 18. März ist mein neuer Roman "Entzug" erschienen.

Er handelt von dem, was der Titel ankündigt: einem klinischen Alkoholentzug. 

Das Buch hat zwei Teile. Der erste ist mit "Trinken" überschrieben und umfasst das erste Viertel des Textes. Der Ich-Erzähler taucht ein in den Irrsinn, der sich im Kopf eines Alkoholikers abspielt, mit all den grotesken, düsteren oder auch einfach bescheuerten Gedanken und Ideen, die sich einstellen, wenn das Leben nur noch um Konsum und Beschaffung von Alkohol kreist.

Der zweite Teil, mit "Nicht-Trinken" übertitelt, folgt dem Ich-Erzähler auf die Suchtstation des Philipp-Nicolai-Krankenhauses in Berlin, wo er zum ersten Mal seit zwanzig Jahren nüchtern mit sich selbst konfrontiert ist und allmählich begreift, in welche Hölle er sich, vor allem auch seine Frau, sein Kind und viele andere Menschen, die ihm verbunden sind, durch sein Trinken gebracht hat.

Der Roman hat autobiografische Züge, ist jedoch in erster Linie der Versuch, für den Themenkomplex Sucht eine literarische Form zu finden. Ich wollte nichts beschönigen, dennoch gibt es am Ende die Hoffnung, dass ein Neubeginn möglich ist.

 

Das Hörbuch von "Entzug" erscheint zeitgleich im Hörverlag, gelesen von Nico Holonics.

 

 

 

Die ersten beiden Bände der "Trilogie des gegenwärtigen Scheiterns, "Der Sandkasten", "Krähen im Park" und "Innerstädtischer Tod", liegen jetzt auch als Taschenbuch vor. Die Taschenbuchausgabe von "Innerstädtischer Tod" – dem Roman, der sich Anfang letzten Jahres mit der Verbotsklage eines bekannten Berliner Galeristen konfrontiert sah und durch mehrere Gerichtsinstanzen bishin zu einer Beschwerde beim Bundesverfassnungsgericht gegangen ist – erscheint am 14. 6. 2026.

Alle drei Bücher sind auch als Hörbücher, gelesen von Axel Wostry, bei cc-live erhältlich.

 

 

 

 

Teeschalenzeichnen

 

Ich habe immer gezeichnet während der vergangenen dreißig Jahre, doch seit einiger Zeit wusste ich nicht mehr recht, was daraus werden soll.

 

Wie schon vor fünfzehn Jahren, als mir das Schreiben plötzlich ganz leer vorkam und eine alte Chawan mich in "Mitsukos Restaurant" geführt hat, sind es auch jetzt wieder die japanischen Teeschalen, die mir zeigen, wohin es gehen könnte.